STIFTUNG SILVIAS KINDERHILFE

Hilfe für Kinder, Jugendliche und Mütter in Sri Lanka seit 1991

Die Entstehungsgeschichte der Stiftung beschrieben von Rino Sommer im Jahr 2004:

 

Eine Hochzeitsreise mit Folgen


Rino Sommer,  * 11.04.1935 - † 11.12.2012

Der im Jahr 2012 verstorbene Gründer Rino Sommer

 Während unserer längeren Hochzeitsreise 1980 waren Silvia und ich von Land und Leuten in Sri Lanka derart begeistert, dass wir uns bereits beim dritten Besuch vier Jahre später entschlossen, sieben arme Mädchen von sieben verschiedenen, kinderreichen Familien als unsere Patenkinder zu unterstützen. Wir waren so überzeugt von dieser Trauminsel, die früher Ceylon hiess, dass wir 1985 in Hikkaduwa – einem der bekanntesten Ferienorte an der Südwestküste - ein kleines Strandhotel mit 25 Betten übernahmen. Ab 1986 lieferten wir jede Woche kostenlos ein in unserem Hotel gekochtes Mittagessen an ein staatliches Kinderheim mit über 50 Kindern. Wir kauften auch viele Matratzen, Betttücher, Moskitonetze, Medikamente und Kleider für dieses Kinderheim.

Ein eigenes Kinderheim aufbauen, das wär‘s!


Wegen den schlimmen Verhältnissen im staatlichen Kinderheim kam Silvia auf die Idee, selber ein Kinderheim zu eröffnen. Nach einer grossen Zeitungsreportage im „Thuner Tagblatt“ mit Angabe des Spendenkontos erfüllte sich unser Traum – dank grossem Bekanntenkreis gingen sehr viele Spenden ein! Mit Unterstützung von guten Freunden mieteten wir 1989 ein geeignetes Haus. Wir verhandelten darauf tagelang in mühevollen Diskussionen und unglaublich strapaziösen „Bittgängen“, (obwohl wir ja nur helfen wollten!) mit Behörden, Sozialämtern, buddhistischen Mönchen und Polizeibeamten über die nötigen Bewilligungen, um als Ausländer ein Kinderheim führen zu dürfen.

Die ersten Kinder

Irgendwann war es soweit und unser erstes Kind – Lahiru, ein kleiner Junge von vier Jahren – wurde über das Sozialamt aufgenommen.  Dank unserem Hotel wurde unser Kinderheim in der Schweiz bekannt, denn praktisch alle Gäste besuchten es, wurden Mitglied in unserem „Verein Silvias Kinderhilfe“ und erzählten zu Hause begeistert davon.


Eigene Häuser



Das gemietete Haus erwies sich bald als zu klein, so dass wir ein eigenes Haus kaufen mussten, dem später ein zweites folgte. Da die Doppelbelastung Hotel/Kinderheim zu gross wurde, mussten wir eines von Beiden leider aufgeben. Da wir es wichtiger und schöner fanden armen Kindern zu helfen, war es für uns klar, dass wir das Hotel nach 12 erfolgreichen Jahren aufgaben. Silvia lebte die sechs Jahre bis zur Hotelaufgabe konstant in Sri Lanka und schaute zu beiden Betrieben. Ich managte in diesen Jahren zu Hause neben meinem Job als Journalist und Verkaufsleiter die administrativen Aufgaben für unser Kinderhilfswerk und das Hotel, besorgte die Werbung und verkaufte samstags handgefertigte Geschenke aus Sri Lanka auf dem Markt. Möglichst viele Spenden hereinzubringen war unser Ziel, was allerdings als privates Hilfswerk sehr schwer war und immer noch ist! Nur vier bis fünf Stunden Schlaf waren für mich in diesen schweren Jahren die Regel. Auf dem grossen Gelände unseres Hauses bauten wir 1998 ein grosszügiges und zweckmässiges Kinderheim, das für 60 Kinder und dem nötigen Personal konzipiert ist. Es gilt laut Behörden und Schweizer Botschaft als eines der Schönsten und Besten im Süden Sri Lankas – worauf wir natürlich stolz sind!


Gründung einer Stiftung

Im Februar 2003 wandelten wir unseren Verein in die „Stiftung Silvias Kinderhilfe“ um. Da wir damit der Kontrolle durch die Schweizerische Stiftungsaufsicht unterstellt sind, ist die Sicherheit und Ehrlichkeit unseres Kinderhilfswerks sowohl für die Kinder wie auch für uns und unseren Stiftungsrat gewährleistet.


Das zweite Projekt - das Familienhilfe Programm


In Sri Lanka gibt es zahllose arme Kinder und wir konnten nur 60 ins Heim aufnehmen. So gründeten wir vor mehreren Jahren unsere Familienhilfe. Hier unterstützen wir alleinstehende, mittellose Mütter mit Kindern oder durch Krankheit arbeitsunfähige Väter mit Kindern. Diese Familien erhalten von uns finanzielle Unterstützung für den Kauf von Lebensmitteln, Medikamenten, Kleider, Schulsachen und anderen nötigen Dinge. Aber alle von uns unterstützten Kinder müssen ab sechsjährig die Schule besuchen – sonst helfen wir nicht mehr! Auch in Sri Lanka ist Schulbildung sehr wichtig. Enorm wichtig! Da die unterstützten Kinder in der Familienhilfe eine kleinere Infrastruktur benötigen als Heimkinder und deshalb "kostengünstiger" sind, wollen wir in Zukunft diese Hilfe vermehrt ausbauen. Bei mehreren Besuchen in abgelegenen, kleinen Dörfern unterhalb Hambantota haben wir gesehen, dass dort Hilfe äusserst dringend wäre.

Rino Sommer, 2004